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Europa-Park zu Corona-Zeiten

Auch mich als Freizeitparkfan hat die Corona-Krise hart getroffen. Es war ein langes und nervenaufreibendes Bangen, wann denn nun die Parks wieder öffnen und auch vor allem wie bzw. zu welchen Bedingungen. Heute möchte ich euch von meinem ersten Besuch im Europa-Park nach dem Shut-Down berichten.

Achtung – heute wird es ein wenig längerer Text :)

Wenn es kein Corona gegeben hätte, wären ich und mein Freund schon zum eigentlichen Saisonstart da gewesen aber bekanntlich hat Deutschland und der Rest der Welt mit einer Pandemie zu kämpfen, die immer noch andauert. Und so hatten wir unseren persönlichen Saisonstart erst Ende Juni, was eigentlich wettertechnisch so gar nicht unser Monat ist, aber bis zum Herbst hätte ich es ohne Europa-Park nicht ausgehalten. :)

Wie überall unterliegen auch Freizeitparks strengen Vorschriften und Bedingungen die eingehalten werden müssen um wieder öffnen zu können. Im Laufe der Wochen wurden dann einige Sachen wieder ein wenig gelockert. Falls in meinem Beitrag Dinge auftauchen die nicht mehr aktuell sind, bitte ich jetzt schon mal um Entschuldigung. Mein Blogpost ist im Prinzip eine Momentaufnahme.

Die Maßnahmen bzw. Auswirkungen der Corona-Pandemie haben wir schon vor unseren Aufenthalt zu spüren bekommen: unsere Clubkarten sind im Mai abgelaufen und konnten durch die aktuelle Lage nicht verlängert werden. Wer auch ein Europa-Park Fan ist wie ich, hat bestimmt den Shitstorm über diese Regelung in den sozialen Netzwerken mitbekommen. Ich kann natürlich den Ärger vieler nachvollziehen (bin ja schließlich auch davon betroffen) aber wiederum glaube ich nicht, dass es der Europa-Park zum Trotz macht. Ich schätze,  da hängt vieles zusammen, was wir als Gäste so gar nicht mitbekommen. Zudem hat die Krise den Europa-Park auch auf voller Breitseite getroffen. Viele Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit geschickt werden und Millionen-Umsätze gingen flöten. Es muss einen deshalb bewusst sein, dass der Europa-Park genauso ein Unternehmen ist wie alle anderen und damit extrem finanziell zu kämpfen hatten bzw. immer noch haben.

So jetzt aber zurück zu unserem Aufenthalt …

Da wir unsere Islandreise auf September verschieben mussten, nutzen wir unseren Urlaub für zwei Übernachtungen im Europa-Park. Wir buchten wie immer unseren Aufenthalt über die Hotel-App und nachdem unsere Jahreskarten abgelaufen waren, gleich einen Tag Eintritt für den Park dazu. Neu war hier, dass die Kurtaxe gleich mit gerechnet wurde. Diese bezahlt man eigentlich immer erst beim Check-In.

Vier Tage vor dem Aufenthalt kam eine Mail, dass ich vor Ankunft einen Online Check-In durchführen muss. Hierfür gab es einen direkten Link.  Nachdem ich alle Daten kontrolliert und bestätigt hatte, gab es noch die aktuellen Bedingungen bzgl. der Corona-Pandemie zu lesen. Da unser Aufenthalt bereits bezahlt war, war der Online Check-In hiermit erledigt. Für diejenigen die eine andere Zahlungsart gewählt haben wie z. B.  „Zahlung vor Ort“ wurden in dieser E-Mail darum gebeten, den Betrag vorab zu überweisen. Ziel ist es nämlich,  den Kontakt zwischen Gast und Personal an der Rezeption auf ein Minimum zu reduzieren.

Vier Tage später ging es mit dem Zug Richtung Rust. Wie die Fahrt mit dem Zug so war, erfahrt Ihr in einem späteren Blogpost von mir.

Angekommen im Hotel „begrüßten“ uns erstmal ein Desinfektionsspender und Bodenmarkierungen zum korrekten Anstehen an der Rezeption. Die Rezeption selbst ist mit einer Pexiglasscheibe ausgestattet. Die Mitarbeiter tragen einen Mund-Nasen Schutz. Auch die Gäste müssen im gesamten Hotelbereich eine Maske tragen (außer im eigenen Zimmer). Der Check-In verlief wirklich sehr schnell und trotz Einschränkungen sehr herzlich. Eine Mitarbeiterin checkte lediglich unsere ausgefüllten Daten und übergab uns die Eintrittskarten für den Europa-Park sowie unser Hotelfriends-Geschenk.

Nach dem Check-In machten wir uns dann auf zu den E-Bikes. Den Beitrag dazu findet Ihr hier.

Nach unserer Fahrradtour zurück im Hotel angekommen holten wir an der Rezeption unsere Zimmerkarten ab und gingen auf´s Zimmer. Gleich an der Tür war ein Schild worauf versichert wurde, dass das Zimmer nach den Hygienestandards gereinigt wurde. Innen fiel mir sofort auf, dass Dinge wie Prospekte, Bleistift, Schreibblock, Wäschebeutel und Hotelkosmetik fehlten. Im Bad fand sich aber ein Hinweis, dass man sich alles nach Wunsch gerne an der Rezeption abholen könne. Auch aus hygienischen Gründen wurde die Fernbedienung in eine Art Plastiktüte gesteckt. Das erleichtert das Reinigen natürlich sehr für das Housekeeping.

Abends gingen wir in die Bar El Circo. Hier wurde uns ein Tisch zugewiesen, wo wir auf einem Zettel unseren Daten mit Uhrzeit angeben mussten. Wenn man in einem der Hotelrestaurants reserviert hatte und Hotelgast ist, entfällt der Meldezettel, da eure Daten ja schon bekannt sind. Alles wird für einen gewissen Zeitraum gespeichert und dient der Rückverfolgung, sollte einer der Gäste infiziert gewesen sein.

Das Frühstück musste auch vorab online (oder über die Hotel-App) für eine bestimmte Uhrzeit reserviert werden mit dem Ziel, dass sich nicht zu viele Gäste auf einmal in den Frühstücksräumen aufhalten.

Am Restaurant angekommen mussten wir warten, was aber auch ohne Corona völlig normal ist. Neu war nur der Mindestabstand zu den anderen Gästen (kann das bitte auch nach Corona beibehalten werden?) und der Desinfektionsspender direkt am Eingang. Nach ca. fünf Minuten Wartezeit wurden wir dann zu unserem Platz gebracht – natürlich mit Mund-Nasenmaske.

Da wir uns vorab schon über das Frühstück informiert hatten, wussten wir, dass es aktuell kein Buffet gibt und man Speisen und Getränke (warme Getränke kann man sich selbst an einer Theke holen) direkt an den Tisch bekommt. Als wir unseren Tisch erreichten, standen schon kalte Getränke bereit sowie ein Schild, dass bestimmte Speisen wie z. B. Rührei, Spiegelei etc. auf Wunsch frisch zubereitet und an den Tisch gebracht werden. Nach knapp zwei Minuten kam auch schon eine Dame mit einem großen Tablett, dass sie auf einen Beistelltisch stellte. Darauf befand sich jetzt der Rest vom Frühstück in recht überschaubarer Form aber völlig ausreichend für zwei Personen (für uns zumindest). Es gab eine Bäckertüte mit verschiedenen Brötchen, Broten sowie zwei kleinen Croissants, eine Wurst- Käseplatte mit Gurken und Tomaten, einen Früchtebecher, eine kleine Schale mit Butter, Margarine, Nutella, Honig und Marmelade sowie zwei verschiedene Joghurts. Die Speisen waren frisch und von der Menge her völlig ausreichend. Ansonsten konnte man problemlos nachbestellen. Das Einzige was ich beim Frühstück vermisst habe, waren Lachs und meine geliebte Lachspaste.

Nach dem Frühstück ging es dann über einen gesonderten Ausgang wieder raus aus dem Restaurant.

Noch eine kleine Info zu den Poolbereichen der Hotels: während unseres Aufenthaltes waren die Poolbereiche zu eingeschränkten Zeiten für Gäste geöffnet. Vor den jeweiligen Eingängen standen Mitarbeiter die einen nochmal auf die Hygienebedingungen hinwiesen und einem ein gewisses Zeitfenster vorgaben, wie lange man sich im Poolbereich aufhalten darf.

Bevor es in den Europa-Park ging hieß es erstmal am Hoteleingang mit Mund-Nasenmaske warten. Auch wenn die Warteschlange sehr lang erschien, ging es recht flott (durch die Mindestabstände sieht es immer nach mehr aus als es wirklich ist). Nach der Rucksackkontrolle und dem Scannen der Eintrittskarten (muss man aktuell selbst machen), konnte die Mund-Nasenmaske erstmal in der Tasche verschwinden und so fühlten sich die ersten Schritte im Europa-Park an wie immer. Lediglich die Hinweise im Park verteilt erinnerten einen wieder, dass wir uns mitten in einer Pandemie befinden.

Zu allererst ging es traditionell erstmal nach Island um eine Runde mit Blue Fire und Wodan zu fahren. Auch in den Wartebereichen der Attraktionen ist eine Mund-Nasenmaske Pflicht. Die Mindestabstände müssen ebenfalls eingehalten werden. Uns fiel auf, dass versucht wurde die Gäste so gut es geht nicht in geschlossenen Bereichen warten zu lassen. Wer Wodan schon mal gefahren ist, weiß, dass es viele kleine „Höhlengänge“ gibt, wo man warten muss. Wir sind aber 95% Prozent der Wartezeit nur im Außenbereich gewesen und haben dadurch einen ganz neuen Wartebereich entdeckt, der wahrscheinlich nur bei hohem Besucherandrang offen ist. Apropos Besucher … dadurch, dass die Eintrittskarten im Europa-Park aktuell limitiert sind, war auch dementsprechend weniger los. Wir warteten deshalb nicht länger als 15 Minuten. Angekommen an den jeweiligen „Bahnhöfen“ der Achterbahnen konnten wir sehen, dass zum Teil die Wägen nach jeder Runde vom Personal desinfiziert wurden. Manchmal auch erst nach mehreren Runden. Ob es hierzu ein geregeltes Konzept gibt, ist mir leider nicht aufgefallen. Aber nun zur wahrscheinlichen wichtigsten Frage zum Thema Achterbahn: ist es komisch mit Mundschutz zu fahren? Ein ganz klares „Jein“. Achterbahnfahren macht immer noch genauso viel Spaß wie auch ohne Mundschutz, trotzdem gab es so Momente (und das vor allem bei Wodan) wo ich irgendwie Angst hatte den Mundschutz zu verlieren. Zusammengefasst fand ich den Mundschutz gar nicht mal so störend und könnte somit bei kalten Temperaturen (Hallo Wintersaison!) äußerst nützlich sein. :)

Wenn es ums Essen geht, bekommt man natürlich auch die Maßnahmen zu spüren. Da durch den eingeschränkten Parkbetrieb noch nicht alle Restaurants und Snackstände geöffnet hatten, gab es vereinzelt längere Wartezeiten. Natürlich gibt es auch dabei die Mund-Nasenmaken Pflicht und die Mindestabstand Regelung (Markierungen wo man stehen darf gibt es überall). Wir entschieden uns an diesem Tag Pommes in Holland zu essen und anschließend in Island einen Hotdog zu holen, da unsere Lieblingsrestaurants wie das Fjord Restaurant und das Spices geschlossen waren. Wer aber in einem Restaurant essen möchte, musste entweder vorab seine Eintrittskarte scannen lassen oder direkt am Platz ein Formular ausfüllen (wie auch schon in den Hotelrestaurants und Bars).

Eine weitere Einschränkung ist, dass zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes keine Shows stattgefunden haben. Als kleinen Ersatz fuhren aber immer wieder ein paar Showwagen durch den Park. Ed Euromaus und den Rest der Gang bekam man so auch zu sehen. Aktuell sind Fotos mit den Maskottchen nur aus der Ferne möglich. Etliche Darsteller sieht man aktuell „auf der Straße“ die die Gäste zum Hände waschen animieren oder sie bieten Desinfektionsmittel direkt an.

Auch die sanitären Bereiche werden nun häufiger und intensiver gereinigt als zuvor. Im isländischen Themenbereich (direkt am Wodan Ausgang) befindet sich eine Händewaschstation. Hier erklärt einen Ed via Bildschirm wie man sich richtig die Hände wäscht.

In Sachen Shops ist es eigentlich fast wie im Alltag. Am Eingang gibt es Körbchen, die jeder einzelne Gast nehmen muss (dies dient zur Kundenzählung). Wer will kann sie selbst desinfizieren. Nach dem Shopping stellt man das Körbchen draußen am Eingang/Ausgang einfach wieder ab. Mund-Nasenmaske ist natürlich auch hier Pflicht.

Fazit

Trotz der Einschränkungen, der Mund-Nasenschutz Pflicht und dem das vereinzelt Restaurants geschlossen sind, war es ein schöner Aufenthalt im Europa-Park. Es ist schon wirklich erstaunlich, wie man sich an diese Situation gewöhnt hat. Hätte mir jemand im vergangenen Jahr erzählt, dass man nun mit Mund-Nasenschutz Achterbahnfahren muss,  hätte ich ihn wahrscheinlich für verrückt erklärt. Aber so sind wir nun in der neuen Zeit angekommen und wahrscheinlich werden uns diese Maßnahmen noch eine längere Zeit begleiten. Einzig positiv und das kann auch sehr gerne so bleiben: das Einhalten der Mindestabstände ist wirklich ein Traum. Natürlich gibt es aber auch wie im Alltag ignorante Gäste, die sich wieder an die Mindestabstände noch an das richtige Tragen der Mund-Nasenmaske halten. Manchmal kam es einen so vor, als ob manche Gäste von den Maßnahmen zum ersten Mal hören. Aber größtenteils ist das Miteinander viel rücksichtsvoller und vorsichtiger geworden. Auch wenn ich Desinfektionsspender an den Attraktionen und auch das Desinfizieren der Wägen teilweise vermisst habe, habe ich mich dennoch im Europa-Park sicher gefühlt. Sollten die Maßnahmen noch länger anhalten (was ich befürchte) steht einem Besuch zur Halloweensaison auf jeden Fall trotzdem nichts entgegen – außer es kommt die gefürchtete zweite Welle.

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