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Nürnberg: Jugendstil-Glühweinfahrt

Jedes Jahr in der Weihnachtszeit, wenn wir so eine historische Straßenbahn gesehen haben, nahmen wir uns vor, einmal damit zu fahren. Auch wenn es hauptsächlich etwas für Touristen ist, setzten wir unsere langjährigen Pläne in die Tat um und buchten eine sog. Jugendstil-Glühweinfahrt.

Reserviert hatten wir diese Fahrt über die Homepage des VGN bereits im September. Dies stellte sich dann als sehr clever heraus, da diese Fahrten relativ schnell ausverkauft sind. Man konnte sich entscheiden ob man mit einer historischen Straßenbahn (die in Nürnberg von 1952 bis 1960 zum Einsatz kam) fahren möchte oder lieber mit einer Jugenstil Straßenbahn (die bereits 1904 ihre Runden drehte). Wir entschieden uns für letztere – wenn schon, denn schon :)

In dem stolzen Preis von 34 Euro pro Person, sind eine Tasse Glühwein, ein Lebkuchen, ein Spendenbaustein (deshalb auch der hohe Preis), sowie eine 50 minütige Stadtrundfahrt mit der Straßenbahn enthalten. Treffpunkt war der Nürnberger Hauptbahnhof, wo dann auch der Fahrentgelt fällig wurde.

Nach dem Einsteigen wird jedem ein Sitzplatz zugeteilt. In einen Wagen, wovon immer zwei im Einsatz sind (Trieb- und Beiwagen), passen ca. 16-18 Personen. Wir durften schließlich im Beiwagen Platz nehmen, wo freie Platzwahl herrschte, da dort nur zwei längere Bänke zur Verfügung stehen.

Begrüßt wurden wir von einem Schaffner der stilgetreu in einem Outfit von 1904 gekleidet war. Er selbst arbeitet übrigens nicht als Straßenbahnfahrer o. ä. beim VGN, sondern er leitet diese Fahrten ehrenamtlich, so wie viele seiner Kollegen auch.

Bevor es dann endlich losging, wurden der Glühwein und dazu leckere Elisenlebkuchen verteilt. Wie es sich herausstellte, war es wirklich mehr als vorteilhaft, dass der Glühwein vor der eigentlichen Fahrt eingeschenkt wurde. So konnte man ohne sich voll zu kleckern ein paar Schlückchen nehmen. Denn wie man es sich vielleicht vorstellen kann, ist die Fahrt mit einer Straßenbahn von 1904, wesentlich holpriger als mit einer heutigen Tram.

Als erstes ging es quer durch die Südstadt von Nürnberg (vorbei an unserer Wohnung). Hier erzählte uns der Schaffner interessante Geschichten über den Stadtteil und von den damals dort lebenden Berühmtheiten. Wir wissen jetzt auch, dass St. Peter (hier wohnen wir) früher mal eine Art Quarantänestation für Reisende, die nach Nürnberg einreisen wollten, war. In Zeiten der Pest und anderen Krankheiten war das unverzichtbar. Auch ein berühmter Erfinder und Techniker namens Sigmund Schuckert wohnte in der Südstadt. Er installierte z. B. die erste in Bayern und Deutschland fest installierte elektronische Beleuchtung.

Nach der Südstadt ging es dann weiter in Richtung Plärrer und Altstadt, vorbei an der wunderschön beleuchteten Burg und entlang eines Straßenbahnabschnittes, dass nur noch für Abschleppmaßnahmen oder Touren benutzt wird. Der Schaffner erzählte während der ganzen Fahrt Fakten und Geschichten über Nürnberg, die nicht nur für Touristen interessant waren.

Langsam aber sicher fuhren wir dann wieder zurück zum Hauptbahnhof, wo dann auch die Glühweinfahrt endete.

Fazit

Nicht nur für Touristen ist diese Fahrt interessant sondern auch für Nürnberger selbst. Es ist schon fast peinlich, dass ich so gut wie nichts wusste, was über Nürnberg und deren Persönlichkeiten erzählt wurde. Auch wenn der stolze Preis von 34 Euro erstmal abschreckt, lohnt sich die Fahrt absolut. Die beste weihnachtliche Stimmung brachte für mich persönlich „unsere“ Straßenbahn von 1904 rüber.

Habt ihr auch schon so eine Fahrt mitgemacht?

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