Seljalandsfoss und Gljúfurárfoss

Eigentlich hätte ich schon viel früher einen Beitrag darüber schreiben sollen. Es ist ja schon fast ein halbes Jahr her, das wir in Island waren. Nun aber starte ich endlich mit meiner Islandreihe und beginne mit den Wasserfällen Seljalandsfoss und Gljúfurárfoss.

Vor unserer Reise informierte ich mich bei instagram und im TV über Island, dem Land mit den faszinierenden Landschaften, Wasserfällen und jeder Menge rauer Natur. Ich konnte gar nicht glauben, dass es tatsächlich solche Naturspektakel gibt und erst recht nicht, dass ich das jemals selbst erleben darf.

Allein die Fahrt dorthin war mehr als aufregend und ich konnte es kaum erwarten meinen für mich allerersten Wasserfall, live zu bestaunen.

Anfahrt und Lage

Beide Wasserfälle sind knapp 128 km von Reykjavík entfernt (auf der Ringstraße zwischen Hvolsvöllur und Skógar) und sind bei guten Verkehrsverhältnissen in ca. 1:45 Stunden zu erreichen. Schon bei der Anfahrt kann man von der Straße aus die beiden Wasserfälle sehen.

Parkmöglichkeiten gibt es direkt vor Ort. Hier ist es wichtig eine Kreditkarte dabei zu haben, da man die Parkgebühr von knapp 4 Euro nur per Kreditkarte bezahlen kann. Wir hatten das Pech, dass meine Prepaid Kreditkarte nicht vom Automaten akzeptiert wurde. Für solche Fälle ist, wenn man Glück hat,  eine Parkaufsicht vor Ort, bei der man ein Ticket lösen kann.

Am Parkplatz selbst findet man eine Toilette sowie einen Imbisstand, in dem man auch Souvenirs kaufen kann.

Seljalandsfoss

Nach ca. fünf Minuten Fußweg erreicht man den knapp 66 Meter hohen Seljalandsfoss. Und was soll ich darüber schreiben? Der Anblick war einfach unglaublich! Sowas mal mit eigenen Augen sehen zu dürfen war unfassbar. Solche Wassermassen in traumhafter Kulisse kann man sich gar nicht vorstellen. Natürlich habe ich unzählige Fotos und Videos machen müssen. Trotz Hochsaison und Massentourismus waren alle rücksichtsvoll und hilfsbereit. Jeder wartete, das der andere sein Bild ungestört und ohne Hektik machen kann. Eine Erfahrung die ich an Sehenswürdigkeiten anderer Länder nicht erleben konnte.

Noch total überwältigt von diesen Eindrücken kam dann auch gleich das nächste Highlight. Man kann sogar hinter dem Wasserfall laufen. Zugegeben ein sehr nasses Erlebnis aber auf jeden Fall ein Must-Do wenn man dort ist. Ich bin wenn es um Wasserattraktionen in Freizeitparks geht, wirklich sehr wasserscheu aber hier war es mir tatsächlich mehr als egal und ich genoss einfach den Moment.

Aufgrund der Nässe und des teilweise matschigen, rutschigen Bodens rate ich wirklich jedem wasserfeste Kleidung zu tragen. Vor allem festes Schuhwerk. Hinter dem Wasserfall geht es nämlich ein Stückchen (ungesichert) bergauf. Hier sollte man auch wirklich nur hoch, wenn man sich sicher fühlt. Ansonsten nimmt man einfach wieder den Weg zurück, den man gekommen ist.

Gljúfurárfoss

Kaum war dieses Highlight verdaut, folgte auch schon das nächste. Nach ca. sieben Gehminuten durch eine wunderschöne Landschaft, erreichten wir den Gljúfurárfoss. Dieser Wasserfall ist auf den ersten Blick etwas unscheinbar. Man muss aber zuerst durch einen Höhlengang der knöcheltief unter Wasser steht. Normalerweise könnte man einfach durchlaufen. Aber als Tourist wählt man natürlich die „abenteuerliche“ Variante, steigt von Stein zu Stein, hält sich an der Steinwand fest um dann den Wasserfall in der halboffenen Höhle zu erreichen.

 

Auch wieder hier gab es wieder sehr hilfsbereite und aufmerksame Touristen. Jedem der etwas unbeholfen und unsicher über die Steine lief wurde geholfen. Egal welche Nation oder welche Sprache gesprochen wurde – alle haben mit angepackt, damit auch jeder unbeschadet zum Wasserfall gekommen ist.

Wenn der kleine Weg geschafft ist, wird man quasi vom Wasserfall „erschlagen“.  Zum einen weil er direkt vor einem ist zum anderen durch seine Schönheit. Auch wenn der Seljalandsfoss imposanter und größer ist, hat mich der Gljúfurárfoss voll ins Herz getroffen. Da mittenddrin zu stehen war einer der schönsten Momente in meinen Leben. Da merkt man wie klein man als Mensch auf dieser Welt ist.

Auch hier gibt es einen Fotopunkt: Ein größerer Stein, den man besteigen kann um ein Bild zu machen. Ganz selbstverständlich half man sich untereinander dabei und stellte sich  geduldig an um ein Foto machen zu können.

Fazit

Klatschnass aber überglücklich liefen wir dann wieder zum Auto zurück. Bei diesem Ausflug konnte ich nun endlich all das erleben was ich nur vom TV her kannte. Wer also im Süden von Island unterwegs ist, dem empfehle ich auf jeden Fall bei den beiden Wasserfällen vorbeizuschauen. Wer ein wenig seine Ruhe haben möchte sollte entweder früh morgens oder am Abend kommen. In den Sommermonaten auch nachts – da es ja so gut wie nie richtig dunkel wird.

Close
liketheblackcat © Copyright 2020.
Close